Was haben Eichhörnchen mit Weihnachten zu tun?

  • Weißt du, wie sich ein Eichhörnchen im Winter fühlt?
  • Weißt du, ob es morgens gleich fröhlich ist oder eher lieber länger geschlafen hätte?
  • Weißt du, ob es ab und zu Angst hat oder sich manchmal ärgert?

Wie kann man erfahren, wie sich ein Eichhörnchen fühlt? Wie ist es möglich, den Eichhörnchen vielleicht auch zu helfen, ein gutes Leben zu führen?

Vielleicht könnte man wissenschaftliche Studien über das Dasein der putzigen Nagetiere durchführen – aber man würde damit nie die Wirklichkeit eines Eichhörnchenlebens verstehen. Auch könnte man auf diese Weise diesen Tieren nicht helfen, etwaige Sorgen oder Ängste abzulegen, weil sie so ganz und gar andersartig sind als wir Menschen.

Es gibt nur einen einzigen Weg, um mit ihnen richtig mitempfinden zu können: Man muss sich – wortwörtlich – in sie hineinversetzen. Man muss selbst ein Eichhörnchen werden. Man muss als Eichhörnchen auf die Welt kommen, das Leben eines Eichhörnchens führen und als solches sterben. Dann weiß man, wie sie ticken – und man spräche ihre Sprache und könnte ihnen so eventuell helfen.

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Vielleicht wisst ihr, worauf ich hinauswill. So etwas Ähnliches hat es ja bereits gegeben, dass ein höheres Wesen sich erniedrigt, nur um ein winziges anderes Wesen zu verstehen und ihm zu helfen. Damals, zum ersten Weihnachten, machte sich der große und gewaltige Gott zu einem hilflosen Menschen! Der weise Schöpfer, der das ganze Weltall selbst entworfen und hergestellt hat, der diesen Kosmos mit allen Sternen, Sonnen und Planeten auf seinem kleinen Finger balancieren kann: Dieser gigantische Gott hat sich so sehr erniedrigt, dass er ein machtloser Mensch wurde.

In 11 Tagen ist Heilig Abend. Da feiern wir die Geburt von Gott als Mensch. Wenn wir richtig rechnen, bedeutet das: Heute wäre Gott ein Ungeborener im letzten Schwangerschaftsmonat. Schauen wir uns sein beginnendes, menschliches Leben doch einmal näher an:

Inzwischen ist es ihm im Bauch von Maria sehr eng geworden! Und bald engen ihn die Wehen während der Geburt noch mehr ein. Die Entbindung ist auch für ihn anstrengend. Und dann liegt er da in der Krippe und schreit. Er fühlt sich unwohl, denn plötzlich hat er so viel Platz und Luft um sich herum. Und er kriegt Hunger, denn Schreien ist anstrengend. Aber Maria hat jetzt noch nicht genug Milch. Und so schreit er seinen Schmerz hinaus.

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Auf einmal wird es laut. Er weiß gar nicht, was los ist. Er bekommt Angst, weil da so viele Männerstimmen zu hören sind. Wie jedes Neugeborene kann er ja noch gar nicht richtig sehen. Er ist total auf seine Mama angewiesen oder auf Josef, dass sie ihn vor diesem Krawall schützen. Ihre beruhigenden Worte kann er nicht verstehen, aber der Klang ihrer Stimme tut ihm gut. Erst später erfährt der kleine Jesus, dass da Hirten in den Stall gekommen waren und sich um ihn gedrängelt hatten.

Und so muss der kleine Jesus erst vieles lernen. Er erfährt, wie es ist, Fieber zu haben oder auf der Flucht Angst zu erleben. Er bekommt einige Geschwister, die ihn manchmal nerven, aber ebenso seine besten Freunde sind. Er muss rechnen und schreiben üben. In seiner Ausbildung schlägt er sich mit dem Hammer auf seinen Daumen, was ihm schrecklich weh tut.

Als er in die Pubertät kommt, jagt er seinen Eltern einen Heidenschreck ein, als er nach einer Pilgerreise einfach in Jerusalem bleibt, statt mit ihnen nach Hause zu wandern. Drei Tage lang kümmert er sich überhaupt nicht um sie, während sie vor Angst vergehen. Nein, er wollte nicht ungehorsam sein. Aber er hat einfach nicht richtig nachgedacht, was das für sie bedeutet oder wie er wohl später selbst die zig Kilometer nach Hause kommen sollte? Schließlich gab es damals noch keine ICEs oder Taxis …

Auf diese Weise hat Jesus, hat Gott, am eigenen Leib erfahren, wie es uns Menschen geht. Es gibt keine menschliche Regung, die er nicht selbst kennt: Freude und Freundschaft, Ärger und Enttäuschung, Frieden genauso wie Hass. Er wurde bewundert und musste die Demut lernen. Er geriet in Gefahr und musste das Vertrauen üben. Er wurde verraten und musste das Vergeben durchbuchstabieren. Gott wurde Mensch und versteht uns deshalb 100-prozentig. Er ist sogar gefoltert worden und ist gestorben. Er hat das Menschsein bis ins Letzte durchlebt.

Aber: Er ist nicht tot geblieben. Er ist wieder auferstanden. Und damit ist er bereits einen Schritt gegangen, den wir noch nicht kennen. Er ging uns schon voraus in die absolut fantastische Welt Gottes. Und wenn wir an ihn glauben, werden wir ihm eines Tages dorthin folgen.

Gott wurde Mensch, lebte als Mensch und zeigte uns Menschen den Weg zu ihm. Das ist pure Liebe! Denn ehrlich: Ich würde niemals ein Eichhörnchen werden wollen, nur um diese Tiere zu verstehen und zu retten!

“Er war in allem Gott gleich, und doch hielt er nicht gierig daran fest, so wie Gott zu sein. Er gab alle seine Vorrechte auf und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde ein Mensch in dieser Welt und teilte das Leben der Menschen. Im Gehorsam gegen Gott erniedrigte er sich so tief, dass er sogar den Tod auf sich nahm, ja, den Verbrechertod am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch erhöht und ihm den Rang und Namen verliehen, der ihn hoch über alle stellt.” (Philipper 2,6-9)