Kunstwerk in Gefahr?


Die Malerin

Gottes Kunstwerk in Gefahr?

Früher habe ich gerne gemalt. Wenn mir das Bild gut gelungen war, war ich so begeistert, dass ich es freudestrahlend meiner Familie gezeigt habe.
Das war kein Angeben, sondern pure Begeisterung am Geglückten.

Wie verletzend wäre es für mich gewesen, wenn irgendjemand von sich behauptet hätte: „Das Bild habe ich gemalt!“ Das hätte ich nicht einfach hingenommen, stattdessen wäre ich wütend geworden.

Das versteht jeder. Komisch ist nur, wie normal wir es finden, wenn Menschen behaupten, dass das, was Gott gemacht hat, gar nicht von ihm stammt.

Gottes Kunstwerk

Ursprünglich gab es keine Erde, keinen Weltraum, keine Sterne, keine Sonne, keinen Mond. Es war kein Material vorhanden. Es existierte auch keine Zeit. Es gab nur Gott. Das können wir uns mit unserem Verstand nicht vorstellen, weil unser Denken an unserer Zeit und an unser Universum gebunden ist.

Und dann sprach Gott. Und nach und nach erschuf er allein durch seine Worte unseren Kosmos mit all seinen Gesetzesmäßigkeiten. Nebenher ließ er die Zeit entstehen. Er regelte sie durch Sonne und Mond sowie durch das sich Drehen der Erde um ihre eigene Achse und um die Sonne. So entstanden Tag und Nacht und die vier Jahreszeiten. Durch sein Reden erschuf Gott jedes Lebewesen, zum Beispiel die Einzeller wie die Hefepilze,

Gottes Kunstwerk in Gefahr?

Insekten wie die Marienkäfer

Gottes Kunstwerk in Gefahr?

oder die Menschen wie dich und mich.

Gottes Kunstwerk in Gefahr?

Für uns ist dieses Anfertigen ohne Material unvorstellbar. Auch sämtliche physikalischen Gesetzmäßigkeiten im winzigen Atom …

Gottes Kunstwerk in Gefahr?

… bis zum gigantischen Weltall mit seinen Anziehungskräften und schwarzen Löchern ist kaum zu begreifen.


Kein Mensch könnte sich das alles selbst ausdenken.
Neben der sichtbaren Natur entstand ebenfalls die unsichtbare Welt: die Gefühle und Gedanken. Außerdem schenkte Gott den Geschöpfen seine Liebe mit all ihrer Güte und Zuneigung. Sie ist die Ordnung, ohne die das sinnvolle Zusammenleben nicht möglich wäre.

Zum Schluss sah sich Gott an, was er da erschaffen hatte, und „es war sehr gut“.

Wenn ich schon meine selbstgemalten Bilder einzigartig fand und sie bis heute schützend aufbewahre, wie viel mehr muss Gott ein Auge auf seine Schöpfung haben und sie lieben?!
Wenn ich meine Bilder unter meinem Namen laufen lasse und keinen anderen Urheber akzeptieren will, wie viel mehr wird Gott seine Schöpfungs-Ehre niemandem anderes überlassen wollen?! Auch nicht dem „Zufall“, wie manche Menschen die Ursache zur Entstehung der Welt am liebsten nennen wollen. So gerät Gottes Kunstwerk in Gefahr …

Tatsächlich kommen Menschen, die doch selbst von Gott geschaffen wurden, daher und sprechen ihm dieses gewaltige Unternehmen ab. All das wunderbare soll von allein entstanden sein? Leider gehen etliche Menschen noch weiter und behaupten, es gäbe gar keinen Gott. Obwohl sie sehen, hören und fühlen können, ignorieren sie jede Vernunft. Wie gering ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich alles von selbst entwickelt hat? Dass sich alles ohne Hilfe genau so entfaltet hat, dass es solch einen bleibenden Bestand hat?

Wie viele Jahre braucht es, bis ein Computer von alleine entsteht? Ist das überhaupt möglich? Vor allem, wenn es vorher nicht einmal das kleinste Teilchen von dem nötigen Material dazu gegeben hat?

Nachdem Gott seine geniale Schöpfung beendet hatte, bewies er Herz.

Weil er die Liebe in Person ist, machte er ein großzügiges Geschenk: Er vertraute dem Menschen seine ganze Welt an, die das reinste Paradies war. Er ließ ihn in völliger Freiheit sein Leben führen. Doch damit ging er ein gewaltiges Risiko ein: Geriet nicht dadurch sein Kunstwerk in Gefahr?

Wenn er den Menschen gezwungen hätte, sich in allen Belangen immer nur an ihn, Gott, zu wenden, hätte das für ihn kein Wagnis bedeutet.

Wenn er den Menschen zu einer lebendigen Marionettenpuppe geschaffen hätte statt zu einem Menschen, der sich frei entscheiden kann, dann hätte es für seine Schöpfung keine Gefahr gegeben.

Nur wo man frei wählen kann, besteht auch Freiheit. Ein Beispiel dazu: Wenn euer Vater euch einen grünen Kuli schenkt, könnt ihr nur in grüner Farbe schreiben. Gibt er euch dagegen zwei verschiedene Farbkulis, dann könnt ihr in rot oder in grün herumkritzeln.

Genau so ist Gott. Er bietet nicht nur eine einzige Möglichkeit an, sondern eine Auswahl. Er wollte keinen Zwang, sondern Freiheit. Er wünschte sich Menschen, die ihm freiwillig vertrauen und die nicht bloß aus Chancenlosigkeit heraus gehorchen. Und damit ging er ein unglaubliches Wagnis ein, dass letztendlich seine Schöpfung zerstören konnte.

Indem Gott dem Menschen im Paradies dieses einzige Gebot gab: „Iss nicht von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen“, ermöglichte er dem Menschen eine Wahl. Es war die Wahl zwischen Gehorsam und Ungehorsam. Der Mensch konnte sich zwischen Gott und dem Teufel entscheiden.

Und nun wird es dramatisch.

In der Gestalt einer Schlange machte sich der Teufel an den Menschen heran und lockte ihn in eine Versuchung. Er erzählte ihm, dass Gott es nicht ehrlich mit ihm meine, sondern dass er ihn für dumm verkaufe. Wenn er von dem Baum mit den verbotenen Früchten essen würde, hätte das keine schlechten Folgen. Im Gegenteil, der Mensch würde dadurch genauso klug wie Gott werden. Aber Gott gönne ihm das nicht.

Der Teufel war schon immer ein Lügner und die ersten Menschen damals gingen ihm auf den Leim. Sie glaubten ihm mehr als Gott, der ihnen doch bisher nur Gutes geschenkt hatte.
Weil der Mensch seine Geschicke selbst in die Hand nehmen wollte, vertraute er nicht länger Gott, sondern dem Teufel.

Gottes Kunstwerk gerät in Gefahr

Als der Mensch sich so gegen Gott und für den Bösen entschied, bekam er einen neuen Herrn, dem er ab sofort ausgeliefert war. Mit seiner Wahl hat der Mensch einen Wechsel vollzogen: seinen himmlischen Vater tauschte er gegen einen bösartigen Sklaventreiber.

Seitdem geht es mit der Schöpfung bergab: So nimmt zum Beispiel die Umweltzerstörung immer mehr zu und Krankheiten ruinieren unsere Zukunftsträume. Auch unser Miteinander ist gestört: die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern oder zwischen Völkern und Nationen. Selbst aus Freunden werden manchmal Feinde. Aber wir alle wünschen uns Leben und Frieden, wollen heil sein und nie sterben.

Doch Gott wäre nicht Gott, wenn er das nicht schon vorher bedacht hätte und einen Ausweg für uns geplant hätte.

Der Ausweg

Im Laufe der Zeit gab es immer wieder Menschen, die Gott ernst genommen haben. Sie konnten an seiner Schöpfung ablesen, dass er mächtig und vertrauenswürdig ist. Noah war einer von ihnen oder Abraham. Sie vertrauten Gott, weshalb sie ein echtes Licht in dieser Welt waren.

Gott wollte den Menschen auf seinen Rettungsplan vorbereiten.

Deshalb wählte er sich einen von diesen glaubenden Menschen aus: Abraham. Ihn ließ er zu einem besonderen Volk heranwachsen, das ihm geweiht war. Die meisten Juden wissen das noch heute, dass sie das Volk Gottes sind.
Gott hatte eine gute Absicht mit der ganzen Welt und an Hand seines Volkes konnte er seinen Plan deutlich machen und umsetzen.

Was den Juden, also dem Volk Israel in seiner langen Geschichte passierte,

wie es reagierte und wie Gott es immer wieder rettete – das alles ist wie ein Spiegel für Gottes Welt-Rettungs-Programm.

Wie der Mond sich im Wasser spiegelt, so spiegelt die Geschichte von Israel Gottes Plan wider.

Ich kann die Geschichte Israels nicht im Einzelnen aufschreiben, da sie den Platz hier sprengen würde. Doch ein paar Ereignisse sind wichtig.


• Den Juden war sonnenklar, dass es ohne ein Opfer keine Vergebung geben kann.
• Ebenso waren sie aus der Sklaverei in Ägypten nur durch das Blut eines Lammes frei gekommen.


(Die Israeliten waren in Ägypten versklavt worden. Um sie zu befreien, hat Gott die Ägypter erst einmal so weit bringen müssen, dass sie die Israeliten loswerden wollten. Deshalb hat er eines Nachts einen Todesengel durch das Land geschickt, der die ältesten Söhne von jeder Familie tötete. Damit dieser Engel nicht auch israelische Familien aufsuchte, sollten sie ein Lamm schlachten und dessen Blut an die Türpfosten streichen. Überall, wo der Engel das Blut sah, ging er vorüber. So hat das Blut dieses Lammes die Israeliten gerettet.)

Viele Jahre später war Jesus als Sohn Gottes in die Welt gekommen.

Gott selbst wollte ein Mensch werden, um uns zu zeigen, wie er sich ein Leben zwischen dem Menschen und und sich selbst vorstellt. Auch machte er dadurch deutlich, dass er uns nicht aufgegeben hat, sondern für uns ein nie endendes, wunderbares Leben vorbereitet hat.

Das einzige Problem bei dem allem war: Wir Menschen hatten uns ganz am Anfang von Gott abgewandt – und diese Untreue musste aus der Welt geschafft werden. Wenn Gott einfach sagen würde: „Ist schon gut“, dann würde alles so weitergehen wie bisher. Nein, unsere selbstgewählte Entscheidung gegen Gott musste endgültig überwunden werden, und das ging nur, indem unser Treuebruch gesühnt wurde. Doch wer konnte und sollte dafür gerade stehen?

Diese Wiedergutmachung übernahm Gottes Sohn, Jesus, selbst. Er ließ sich wie ein Lamm opfern, vergoss sein Blut für uns und nahm jede (!) Sünde mit in den Tod.
Das geschah, als Jesus am Kreuz starb. Dort floss sein Blut genauso wie damals das Blut des Lammes bei der Befreiung der Israeliten in Ägypten. Und so, wie zu jener Zeit die Israeliten aus der Sklaverei frei kamen, so befreite Gott nun alle Menschen aus der Sklaverei des Bösen.

Er weckte dann Jesus, unser Opfer, vom Tod wieder auf. So wurde die Herrschaft des Teufels durch die Macht Gottes besiegt.

Ist das nicht zu einfach?

Nein, für Jesus war das überhaupt nicht leicht! Aber er macht es uns problemlos, zu Gott zurückzukehren und erlöst zu leben. Es ist sein Geschenk an uns.

Aber wieder gilt wie schon ganz zu Beginn: Wir haben die Wahl, das Geschenk für uns anzunehmen oder abzulehnen. Wollen wir mit Gott und seiner Hilfe unser Leben führen? Oder wollen wir getrennt von Gott existieren? Das ist die Frage, die von jedem beantwortet werden muss.

Bis heute, ja, für alle Ewigkeit reicht das Opfer, das Jesus gebracht hat: Er beschenkt seine Nachfolger mit unvergänglichem Leben.

So gehört uns die Ewigkeit. Die Liebe von Gott, unserem himmlischen Vater, umgibt uns. Wir dürfen Hoffnung haben. Durch das Gespräch mit Gott werden wir mutig und erfahren Hilfe. Und eines Tages sind wir für immer bei ihm.