Mein bester Freund

Ich bin ein absoluter Glückspilz! Kaum einer hat es so gut wie ich. Ich habe nämlich einen Freund – er ist mein bester Freund – der einen unglaublich reichen Vater hat. Und weil dieser – mein – Freund obendrein äußerst großzügig ist, teilt er das, was er von seinem Vater bekommt, mit mir.

Deshalb bin ich nie in Verlegenheit, falls ich einmal etwas brauche. Mein Freund hat mir schon 1000 Mal gesagt: „Frag mich doch einfach, wenn du was nötig hast. Ich habe schließlich genug von allem.“

Zum Beispiel …

Letztens zum Beispiel war wieder so eine Situation. Wir wollten zum Fußballspielen gehen. Als ich meine Fußballschuhe anzog, riss mir der Schnürsenkel, so dass ich meinen Schuh nicht mehr zubinden konnte.
„So ein Mist!“, schimpfte ich. Da öffnete mein Freund seinen Rucksack und zog einen funkelnagelneuen Schnürriemen heraus. „Hier“, sagte er nur und reichte ihn mir. Ich dachte, ich guck nicht richtig. „Wieso hast du einen passenden Schuhbändel bei dir?“, fragte ich. Er zuckte bloß mit der Schulter und lachte: „Weil ich letzte Woche gesehen habe, dass deiner kurz vor dem Reißen ist!“

Das ist so typisch für ihn. Er sieht dauernd, was ich brauchen könnte und hat es schon parat. Als wir vor einigen Wochen für die Schule acht unterschiedliche Kräuter sammeln sollten, stöhnte ich: „Woher soll ich die denn bekommen? Ich weiß beim besten Willen nicht, wie ich die zusammenkriegen kann!“


„Mach die darüber mal keine Sorgen,“ antwortete mein Freund, „komm einfach heute Nachmittag zu uns in den Garten. Mein Vater ist doch Hobby-Gärtner und hat zig Gartenkräuter angepflanzt. Da sind die acht, die wir finden sollen, ein Klacks.“
Und so war das auch. Ich hatte eine unglaubliche Auswahl und pflückte ganz seltene Kräuter, von denen der Vater meines Freundes mehr als genug hatte.

Aber mein Freund kann mir nicht nur immer aushelfen, sondern er steht auch zu mir. Am vergangenen Freitag zum Beispiel bekamen wir unsere Zeugnisse, und ich war ziemlich geknickt, nachdem ich meine Zensur in Sport entdeckt hatte. Ausgerechnet da hatte ich mich verschlechtert.


Ich weiß ja, dass ich nicht so schnell rennen kann wie die anderen. Und wenn wir im Unterricht Mannschaftssport machen, dann werde ich meistens erst zum Schluss gewählt. Nur einmal, als mein Freund zu denen gehörte, die die Mannschaften auswählen sollten, da hat er mich als ersten zu sich gerufen. Die anderen lachten sich kaputt und spotteten: „In deine Mannschaft will ich aber nicht, wenn dieser Loser dazu gehört! Da kann man ja nur verlieren!“ Daraufhin hat mein Freund konsequent ausschließlich die Unsportlichen gewählt. Und soll ich euch was sagen? Wir waren zwar haushoch unterlegen, hatten aber als „Loser“ jede Menge Spaß beim Spielen. Die anderen ärgerten sich jedes Mal, wenn sie einen Punkt verloren. Wir dagegen freuten uns königlich über jeden noch so kleinen Erfolg.

Einmal allerdings …

… erlebte ich etwas Peinliches mit meinem Freund. Wie immer waren wir zusammen unterwegs und unterhielten uns. Ich hatte ziemlich schlechte Laune, weil ich so lange für die Hausaufgaben gebraucht hatte und es nun schon so spät war. Deshalb meckerte ich herum und kickte aus Wut ein paar Steinchen weg. Plötzlich blieb mein Freund stehen, stemmte die Hände in die Hüften und sagte: „Jetzt reicht es aber! Siehst du eigentlich gar nicht, wie gut du es hast? Du hast Eltern, die darauf achten, dass du in der Schule klar kommst. Du hast mich, wenn du etwas brauchst. Und wenn du allein gegen alle stehst, bin ich ebenfalls da. Und was machst du? Du beachtest nur das, was dir nicht gefällt! Und übrigens: Manchmal könntest du auch „Danke“ sagen, wenn ich dir helfe.“


O Mann, er hatte ja recht. Trotzdem schämte ich mich doch gehörig. Aber so ist mein Freund: Ehrlich, wohlwollend, großzügig, hilfsbereit und immer zur Stelle, sobald ich ihn brauche. Aber seit dem peinlichen Vorfall achte ich darauf, mich wenigstens bei ihm zu bedanken. Und ich bin gerne mit ihm zusammen, weil er einfach toll ist.

Solch ein bester Freund …

… ist Jesus: Er ist der Freund, der uns unwahrscheinlich gerne hilft, gibt, beisteht und uns mit guten Ratschlägen zur Seite steht. Mit ihm können wir fortwährend reden.

Und wenn wir heute wieder in die Schule starten, dann geht Jesus mit uns – und, ja, die Schule selbst ist sogar ein Geschenke von ihm 🙂